UCR Trialogue

Nutzung räumlicher Daten für die Planung der Klimaanpassung in Städten

Bild: Begleitete Begehung in Erkner am 26. März 2026 (Foto: Katarzyna Sitko, IETU).

Der Klimawandel in städtischen Räumen zeigt sich insbesondere durch häufigere Hitzewellen und Starkniederschläge, die zu lokalen Überflutungen führen können. Damit Kommunen Maßnahmen zur Minderung der Klimafolgen und zur Klimaanpassung wirksam planen können, müssen planerische Entscheidungen auf integrierten und messbaren Daten beruhen. Eine zeitgemäße räumliche Planung verknüpft dabei Fernerkundungsdaten, geodätische Vektordaten, direkte meteorologische Messungen und das Wissen der Einwohnerinnen und Einwohner.

Fernerkundung und 3D-Modellierung: Luftgestütztes Laserscanning (LiDAR) liefert präzise Daten zur Struktur der Bebauung. Die darauf aufbauende räumliche Modellierung ermöglicht es, in Planungsdokumenten Frischluft- und Belüftungskorridore auszuweisen und zu sichern. Satellitengestützte Thermografie beziehungsweise Daten zur Landoberflächentemperatur (LST) weisen hingegen Bereiche mit starker Wärmeakkumulation aus. Dadurch kann die Ausdehnung der oberflächennahen städtischen Wärmeinsel (Surface Urban Heat Island, SUHI) bestimmt werden.

Ingenieurtechnische und ökologische Indikatoren ergänzen diese Analysen. Die Untersuchung des Versiegelungsgrades ermöglicht eine Einschätzung des Risikos lokaler Überflutungen. Vegetationsindizes wie der NDVI erlauben es, den Zustand der Vegetationsdecke zu bewerten, und geben damit indirekt Hinweise auf ihr Kühlungspotenzial. Für Vor-Ort-Messungen (in situ) werden zunehmend leistungsfähige Sensornetzwerke eingesetzt, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in zwei Metern Höhe über dem Boden erfassen. Hydrologische Bodenuntersuchungen bewerten zudem die Fähigkeit des Untergrunds, Wasser zurückzuhalten.

Begehungen und Gespräche mit Einwohnerinnen und Einwohnern helfen dabei, kleinräumige Problemlagen und Bedarfe zu identifizieren – etwa lokale Wasseransammlungen nach Starkregen oder Fußwege ohne natürlichen Schatten.

Die Aufbereitung der erhobenen Daten in verständlichen kartografischen Darstellungen und Kartenvisualisierungen unterstützt zentrale Interessengruppen. Planungs- und Verwaltungsfachkräfte erhalten belastbare Fakten und fachliche Grundlagen für Planungsdokumente – beispielsweise Bebauungspläne, Flächennutzungs- bzw. allgemeine Pläne und kommunale Klimaanpassungspläne – sowie für Förderanträge. Kommunalvertretungen können Umfang und Dringlichkeit der Herausforderungen besser nachvollziehen und fundierte strategische sowie haushalterische Entscheidungen treffen. Einwohnerinnen und Einwohner profitieren von mehr Transparenz in Entscheidungsprozessen und von einem Stadtraum, der sicherer und widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetterereignissen gestaltet wird.

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