Gemeinsam mit 30 weiteren Führungskräften aus Brandenburg hat Rebecca Jaeger sich auf die Reise durch Brandenburg gemacht. Zu den Stationen gehörten die JVA Brandenburg an der Havel, der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, MCR Engineering im Industriepark Schwarze Pumpe und viele mehr…
Während acht intensiver Programmtage standen der Austausch, die Weiterentwicklung eigener Führungsmethoden sowie die Frage, wie Brandenburg in eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft geführt werden kann, im Mittelpunkt.
TFL: Gibt es eine Station, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Rebecca: Besonders spannend fand ich die Station bei MCR Engineering im Industriepark Schwarze Pumpe. Dort kann man anschaulich sehen, wie die Transformation weg vom Kohleabbau hin zu neuen Feldern wie der Reparatur von Zügen in der Praxis gelingen kann. Das Unternehmen entwickelt dazu neue Geschäftsfelder und baut seine gesamten Fertigungsprozesse und Strukturen um. Der Geschäftsführer und der Projektleiter haben uns bei einer Führung die verschiedenen Technologien erklärt, aber vor allem sehr ehrlich von ihren Erfahrungen berichtet – auch davon, welche neuen Prozesse oder Dienstleistungen gut funktionierten und welche weniger. Im Fokus stand dabei weniger die reine Technik, sondern viel mehr, wie die Mitarbeitenden diesen Wandel aufnehmen. Sie haben uns erklärt, wie sie versuchen, alle Beteiligten bei den Veränderungen mitzunehmen, Ängste abzubauen und den Umbau mit Hoffnung zu verbinden. Diese Offenheit über die Herausforderungen mitten im Transformationsprozess ist mir besonders positiv in Erinnerung geblieben.
TFL: Hat die Leadership Learning Journey deine Meinung und Perspektive auf gewisse Führungsthemen verändert?
Rebecca: Die Leadership Learning Journey hat meine grundlegende Einstellung zwar nicht komplett auf den Kopf gestellt, aber meine Perspektive stark erweitert. Durch die Reise an die unterschiedlichsten Stationen in Brandenburg – von Pflegeeinrichtungen und Industriebetrieben bis hin zur Justizvollzugsanstalt oder verschiedenen NGOs – haben wir sehr aufrichtige und anschauliche Einblicke erhalten.
Diese Vielfalt war für mich sehr wertvoll, weil sie mir den Raum gegeben hat, sowohl frühere Rollen als auch meine jetzige Position als Projektleiterin intensiv zu reflektieren. Besonders inspirierend war die Erkenntnis, dass partizipative und empathische Führung auch in sehr traditionellen oder tief verwurzelten Strukturen möglich ist. Das hat mich darin bestärkt, wie wir bei The Future Living Projekte angehen: Wir schaffen den Rahmen, um tiefgreifende, nachhaltige Veränderungsprozesse zu gestalten – auch in komplexen oder recht starren Rahmenbedingungen.
TFL: Viele vergleichen Führung mit einem Dirigenten, einem Gärtner oder einem Architekten – also mit dem Schaffen von Rahmenbedingungen für Entwicklung. An welches Bild oder welche Person denkst du dabei?
Rebecca: Ich kann moderne Führung am besten mit dem Bild des Gärtners verbinden. Anders als ein Architekt, der ein starres Gebäude plant, oder ein Dirigent, der den Takt exakt vorgibt, kann ein Gärtner das Wachstum nicht erzwingen. Er kann aber den Boden bereiten, für Licht sorgen und Hindernisse aus dem Weg räumen.
Für mich bedeutet diese Haltung vor allem, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen sich Talente entfalten können. Dabei geht es um individuelle Begleitung – denn jedes Teammitglied braucht in unterschiedlichen Phasen etwas anderes, bspw. mal mehr Freiraum, mal mehr Struktur. Und die Gärtner*innen brauchen Geduld und Vertrauen in den Prozess, weil echte Entwicklung Zeit braucht und nicht durch ständige Kontrolle beschleunigt wird. Am Ende sollte es Führungskräften nicht darum gehen, selbst im Rampenlicht zu stehen, sondern den Raum zu schaffen, in dem das gesamte Team aufblühen kann.
*Ziele und (erwartete) Ergebnisse:
Brandenburger Führungsverantwortliche aus der öffentlichen Verwaltung, der Privatwirtschaft und dem Non-Profit/sozialen Bereich begeben sich gemeinsam auf eine Leadership Learning-Journey; eine Lernreise durch Führungsrealitäten und Führungsthemen in Brandenburg
Das Programm wird aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Brandenburg gefördert und verfolgt folgendes Vorhaben: “Fortbildung für Führungskräfte in Brandenburg – Führungskräfteschulung und Exkursion”





